Wirkbau Chemnitz

 
 
Der Grundstein für den Industriekomplex des ehemals größten Werkes für Textilmaschinen in Deutschland wurde im Jahre 1883 gelegt. Der Kaufmann Carl August Schubert und der Maschinenbauer Franz Bruno Salzer ließen sich am 25. Mai 1883 als Besitzer einer für den Bau von Strumpfwirkmaschinen eingerichteten Werkstatt in das Handelsregister Chemnitz eintragen.
 
In der mehr als 120-jährigen Geschichte folgten zahlreiche Erweiterungen und Umbauten. In der Annaberger Straße 73 entstand 1927 als Firmenerweiterung die neue Schmiede mit einem Aufzugs- und Uhrturm des Architekten Erich Basarke. Dieser 63 Meter hohe Backsteinturm mit Uhr- und Glockenwerk, dekoriert mit Konsolen, Zinnenbekrönung und Turmspitze, wurde zum Wahrzeichen der Firma. Der Uhrenturm zeugt noch heute vom Selbstbewusstsein der einstigen Besitzer und zeigt bis in unsere Tage an, dass hier einst Deutschlands größtes Werk für Textilmaschinen stand.
 
Im 2. Weltkrieg zerstörten Bomben das Gelände an der Lothringer Straße/Annaberger Straße. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Hauptwerk demontiert und 1948 "Im Namen des Volkes" enteignet. Der Name des unter Denkmalschutz stehenden Areals leitet sich von dem hier im Jahre 1949 wieder etablierten Wirkmaschinenbau ab. Bis 1993 war der Wirkbau Produktionsstätte für Textilmaschinen. 
 
Nach einer aufwändigen Sanierung unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes beheimatet der Bau seit 1996 über 50 Unternehmen mit ca. 1.400 Mitarbeitern, Vereine und Bildungseinrichtungen sowie Künstler und Kreative. Damit ist der Wirkbau Chemnitz ein Paradebeispiel für die gelungene Revitalisierung einer altindustriellen Fläche.
 
 
 

Route der Industriekultur - Audio-Beitrag über den Wirkbau Chemnitz